Fliesenfugen sind offenporig und nehmen Schmutz, Fett und Seifenreste besonders leicht auf. Mit der Zeit werden sie grau oder sogar dunkel – vor allem in Küche, Bad und auf stark begangenen Böden. Bevor Sie zu aggressiven Mitteln greifen, lohnt es sich, schonend vorzugehen. So bleiben die Fugen lange intakt.
Welche Fugen haben Sie?
Die Reinigung hängt vom Fugenmaterial ab:
- Zementfugen sind am häufigsten. Sie sind porös und empfindlich gegenüber Säuren.
- Epoxidharzfugen sind dicht und deutlich widerstandsfähiger, kommen aber seltener vor.
- Silikonfugen befinden sich in Ecken und an Übergängen, zum Beispiel zwischen Wanne und Wand. Sie sind elastisch und werden anders behandelt (siehe unten).
Was Sie brauchen
- eine Fugenbürste oder alte, mittelharte Zahnbürste
- Natron
- Wasser und einen Eimer
- Schwamm und Mikrofasertuch
- Gummihandschuhe
Schritt 1: Grob vorreinigen
Wischen Sie die Fläche zunächst mit warmem Wasser und einem milden Allzweckreiniger. So entfernen Sie losen Schmutz und sehen danach, welche Stellen wirklich verfärbt sind.
Schritt 2: Natronpaste auftragen
Mischen Sie Natron mit wenig Wasser zu einer streichfähigen Paste. Tragen Sie sie mit der Bürste auf die Fugen auf und lassen Sie sie etwa 15 bis 30 Minuten einwirken. Natron löst Fett und Schmutz und wirkt beim Schrubben leicht schleifend, ohne den Fugenmörtel anzugreifen.
Schritt 3: Schrubben
Bürsten Sie die Fugen nun in kurzen Bewegungen entlang der Fuge. Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten. Bei Bodenfliesen hilft ein Knieschoner – es dauert eine Weile.
Schritt 4: Gründlich nachspülen
Wischen Sie die Reste mit klarem Wasser ab und wechseln Sie das Wasser mehrmals. Bleibt Natron auf den Fliesen zurück, entsteht ein weißlicher Schleier. Zum Schluss mit einem trockenen Tuch nachwischen.
Für hartnäckige Verfärbungen
Hilft Natron nicht ausreichend, kann ein spezieller Fugenreiniger aus dem Fachhandel sinnvoll sein. Achten Sie darauf, dass er für Ihr Fugenmaterial geeignet ist, und befolgen Sie genau die Anwendungshinweise. Testen Sie jedes neue Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Vorsicht bei Säuren wie Essig oder Zitronensäure: Sie können Zementfugen bei häufiger Anwendung auswaschen und rau machen. Dadurch nehmen sie künftig noch schneller Schmutz auf.
Dampfreiniger: ja oder nein?
Ein Dampfreiniger mit Punktstrahldüse kann bei glasierten Fliesen und intakten Fugen gute Ergebnisse liefern. Bei alten, rissigen oder bröckelnden Fugen kann der heiße Dampf jedoch Material lösen. Prüfen Sie zudem, ob Ihre Fliesen für Dampf geeignet sind.
Silikonfugen richtig behandeln
Dunkle Punkte in Silikonfugen sind häufig Schimmel, der tief ins Material eingedrungen ist. Oberflächliche Verfärbungen lassen sich manchmal mit speziellen Silikon- oder Schimmelreinigern behandeln. Sitzt der Schimmel tiefer, ist das Erneuern der Fuge die zuverlässigste Lösung. Trockenen Sie Silikonfugen nach dem Duschen ab und lüften Sie gut, damit es gar nicht erst so weit kommt.
Wenn Fugen nicht mehr sauber werden
Manchmal ist der Fugenmörtel selbst dauerhaft verfärbt oder ausgewaschen. Dann helfen zwei Lösungen:
- Fugenstift oder Fugenfarbe: Damit lassen sich saubere, intakte Fugen optisch auffrischen.
- Neu verfugen: Bei bröckelnden oder rissigen Fugen ist das die bessere Wahl. In Mietwohnungen klären Sie größere Arbeiten vorher mit der Vermieterin oder dem Vermieter.
So bleiben Fugen länger sauber
- Fugen nach dem Reinigen und vollständigen Trocknen imprägnieren. Eine Imprägnierung reduziert die Schmutzaufnahme.
- Im Bad nach dem Duschen abziehen und lüften.
- In der Küche Fettspritzer zeitnah abwischen.
- Den Boden mit pH-neutralem Reiniger statt mit scharfen Mitteln pflegen.
Fazit
Für die meisten grauen Fugen reichen Natron, eine gute Bürste und etwas Ausdauer. Vermeiden Sie häufige Säureanwendungen auf Zementfugen, spülen Sie gründlich nach und schützen Sie die Fugen anschließend mit einer Imprägnierung. So bleiben Ihre Fliesen deutlich länger gepflegt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachten Sie bei allen Arbeiten die Hinweise der Hersteller sowie die Vorgaben Ihres Mietvertrags. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern unter help@kritialaya.com entgegen.