In vielen Regionen Deutschlands ist das Leitungswasser hart. Das ist gesundheitlich unbedenklich, hinterlässt im Badezimmer aber schnell weiße Ränder auf Armaturen, matte Duschwände und verkrustete Duschköpfe. Spezialreiniger sind nicht immer nötig. Mit ein paar Hausmitteln und der richtigen Technik bekommen Sie das meiste wieder sauber.

Die wichtigsten Hausmittel im Überblick

Zitronensäure

Zitronensäure in Pulverform ist ein bewährter Kalklöser und riecht deutlich angenehmer als Essig. Lösen Sie etwa zwei Esslöffel in einem halben Liter Wasser auf. Wichtig: Verwenden Sie kaltes bis lauwarmes Wasser. In heißem Wasser kann Zitronensäure mit Kalk schwer lösliche Verbindungen bilden, die sich erneut festsetzen.

Essigessenz

Verdünnte Essigessenz löst Kalk ebenfalls zuverlässig. Mischen Sie sie im Verhältnis von etwa eins zu vier mit Wasser. Essig kann allerdings Gummidichtungen angreifen und ist für einige Oberflächen ungeeignet (siehe unten). Lüften Sie während der Anwendung gut.

Natron

Natron wirkt leicht schleifend und eignet sich als Paste für hartnäckige Stellen. Mischen Sie es mit wenig Wasser zu einem dicken Brei. Achtung: Natron und Säuren wie Essig neutralisieren sich gegenseitig. Das schäumt zwar eindrucksvoll, verbessert die Reinigungswirkung aber kaum.

Armaturen und Wasserhähne

Tränken Sie ein Mikrofasertuch mit Zitronensäurelösung und wickeln Sie es um den Wasserhahn. Nach 15 bis 30 Minuten lässt sich der Kalk mit einem weichen Schwamm abwischen. Spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach und polieren Sie trocken. Prüfen Sie vorher die Herstellerangaben: Bei manchen Oberflächen, etwa farbig beschichteten oder gebürsteten Armaturen, wird von säurehaltigen Mitteln abgeraten.

Der Perlator

Spritzt der Wasserhahn unregelmäßig, ist meist der Strahlregler, auch Perlator genannt, verkalkt. Schrauben Sie ihn ab – oft geht das von Hand, sonst mit einem Tuch und einer Zange – und legen Sie ihn für ein bis zwei Stunden in Zitronensäurelösung. Danach gründlich abspülen und wieder einsetzen.

Duschkopf

Abnehmbare Duschköpfe legen Sie wie den Perlator in ein Bad aus Zitronensäurelösung. Bei fest installierten Kopfbrausen füllen Sie einen Gefrierbeutel mit der Lösung, stülpen ihn über die Brause und fixieren ihn mit einem Gummiband. Nach etwa einer Stunde entfernen, die Düsen mit einer alten Zahnbürste ausbürsten und kurz heißes Wasser durchlaufen lassen. Viele Duschköpfe haben Gumminoppen, die sich durch leichtes Reiben vom Kalk befreien lassen.

Glasduschwand

Sprühen Sie die verdünnte Lösung auf das Glas, lassen Sie sie einige Minuten einwirken und wischen Sie mit einem weichen Schwamm nach. Anschließend mit klarem Wasser abspülen und mit einem Abzieher trocknen. Der beste Schutz vor neuen Kalkflecken ist ohnehin, die Duschwand nach jedem Duschen kurz abzuziehen – das dauert weniger als eine Minute.

Fliesen und Fugen

Glasierte Fliesen vertragen Zitronensäure und verdünnten Essig in der Regel gut. Bei Zementfugen sollten Sie jedoch zurückhaltend sein: Säuren können Fugenmörtel bei häufiger Anwendung angreifen. Spülen Sie Fugen daher stets gründlich mit Wasser nach und verwenden Sie für sie lieber eine Natronpaste.

Toilette

Gegen Kalk- und Urinstein im WC geben Sie einige Esslöffel Zitronensäure in kaltes Wasser, verteilen die Lösung im Becken und lassen sie über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen mit der Toilettenbürste nachbürsten und spülen.

Wo Säure tabu ist

  • Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin: Säuren greifen die Oberfläche an und hinterlassen stumpfe Flecken. Verwenden Sie hier ausschließlich pH-neutrale Steinreiniger.
  • Silikonfugen und Dichtungen: Häufiger Kontakt mit Essig kann das Material spröde machen.
  • Emaille: Ältere oder beschädigte Emaille kann empfindlich reagieren. Testen Sie an einer unauffälligen Stelle.

Sicherheitshinweise

Mischen Sie niemals Säuren mit chlorhaltigen Reinigern. Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen. Tragen Sie bei längerer Anwendung Handschuhe, lüften Sie gut und bewahren Sie alle Reinigungsmittel außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Fazit

Für die meisten Kalkprobleme im Bad reichen Zitronensäure, verdünnter Essig und Natron völlig aus. Entscheidend sind die richtige Konzentration, ausreichend Einwirkzeit und der Blick auf das Material. Wer zusätzlich nach dem Duschen kurz abzieht, muss deutlich seltener zum Kalklöser greifen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachten Sie bei allen Arbeiten die Hinweise der Hersteller sowie die Vorgaben Ihres Mietvertrags. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern unter help@kritialaya.com entgegen.