Frische Kräuter machen aus einfachen Gerichten etwas Besonderes. Wer sie auf der Fensterbank zieht, hat sie immer griffbereit und spart sich den Kauf kleiner Bundpackungen, von denen die Hälfte im Kühlschrank verwelkt. Mit etwas Wissen über Licht, Wasser und Erde gelingt der Küchenkräutergarten auch Anfängern.
Der richtige Standort
Die meisten Küchenkräuter brauchen viel Licht. Ein Süd- oder Westfenster ist ideal, ein Ostfenster geht für viele Arten ebenfalls. An Nordfenstern wachsen Kräuter meist nur langsam und werden lang und dünn. Im Winter, wenn die Tage kurz sind, kann eine Pflanzenlampe helfen. Halten Sie Abstand zu Heizkörpern, denn trockene Heizungsluft direkt unter der Fensterbank setzt vielen Kräutern zu.
Supermarktkräuter richtig behandeln
Kräuter aus dem Supermarkt stehen oft sehr dicht im Topf – viele kleine Pflanzen konkurrieren um wenig Erde. Deshalb gehen sie zu Hause schnell ein. Ein einfacher Trick: Teilen Sie den Ballen vorsichtig in zwei bis vier Teile und setzen Sie jeden in einen eigenen, etwas größeren Topf mit frischer Kräutererde. So haben die Pflanzen mehr Platz und Nährstoffe.
Die passende Erde und Töpfe
Verwenden Sie Kräutererde oder eine nährstoffarme Aussaaterde, die Sie mit etwas Sand mischen. Normale Blumenerde ist für viele Kräuter zu nährstoffreich. Töpfe brauchen unbedingt ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Eine Drainageschicht aus Blähton am Topfboden schützt zusätzlich vor Staunässe.
Richtig gießen
Kräuter haben unterschiedliche Bedürfnisse:
- Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Oregano mögen es eher trocken. Gießen Sie erst, wenn die oberste Erdschicht deutlich angetrocknet ist.
- Basilikum braucht gleichmäßige Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Gießen Sie am besten von unten in den Untersetzer und gießen Sie überschüssiges Wasser nach etwa 20 Minuten ab.
- Petersilie und Schnittlauch mögen gleichmäßig leicht feuchte Erde.
Mit dem Finger prüfen Sie am einfachsten, ob die Erde trocken ist. Im Winter wachsen Kräuter langsamer und brauchen weniger Wasser.
Richtig ernten
Die Art der Ernte beeinflusst, wie buschig eine Pflanze wird. Bei Basilikum schneiden Sie ganze Triebspitzen knapp über einem Blattpaar ab, statt einzelne Blätter abzuzupfen. So verzweigt sich die Pflanze und bildet neue Triebe. Schnittlauch schneiden Sie einige Zentimeter über der Erde ab. Bei Petersilie ernten Sie die äußeren Stängel zuerst, damit das Herz der Pflanze weiterwachsen kann.
Gut geeignete Kräuter für die Fensterbank
- Basilikum: liebt Wärme und Licht, ideal für ein Südfenster
- Petersilie: robust und vielseitig, verträgt auch etwas weniger Sonne
- Schnittlauch: pflegeleicht und schnellwüchsig
- Minze: wächst sehr kräftig, deshalb immer in einen eigenen Topf setzen
- Thymian: genügsam, mag es sonnig und trocken
- Kresse: keimt in wenigen Tagen und gelingt immer – perfekt für Kinder
Düngen
Kräuter in Töpfen brauchen nur wenig Dünger. In der Wachstumszeit von Frühling bis Spätsommer genügt ein organischer Flüssigdünger in niedriger Dosierung alle paar Wochen. Im Winter verzichten Sie weitgehend darauf.
Häufige Probleme
- Gelbe Blätter: häufig ein Zeichen für zu viel Wasser
- Lange, dünne Triebe: zu wenig Licht
- Kleine Fliegen über der Erde: meist Trauermücken, die feuchte Erde lieben. Gießen Sie sparsamer und lassen Sie die Oberfläche antrocknen.
Fazit
Ein heller Standort, durchlässige Erde und angepasstes Gießen sind die Grundlage für einen gesunden Kräutergarten auf der Fensterbank. Beginnen Sie mit zwei oder drei Lieblingskräutern und erweitern Sie Ihre Sammlung, sobald Sie ein Gefühl für die Pflege bekommen haben.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachten Sie bei allen Arbeiten die Hinweise der Hersteller sowie die Vorgaben Ihres Mietvertrags. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern unter help@kritialaya.com entgegen.



