Der Herbst ist nicht nur Zeit zum Aufräumen auf dem Balkon, sondern auch zum Vorausplanen. Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse und Traubenhyazinthen brauchen eine Kälteperiode, um im Frühling zu blühen. Deshalb kommen ihre Zwiebeln im Herbst in die Erde. Auch ohne Garten funktioniert das in Töpfen und Balkonkästen sehr gut.
Der richtige Zeitpunkt
Gepflanzt wird in der Regel von September bis in den November, solange der Boden in den Töpfen nicht gefroren ist. Krokusse und Narzissen kommen eher früh in die Erde, Tulpen können auch etwas später gesetzt werden.
Gute Zwiebeln erkennen
Achten Sie beim Kauf auf feste, pralle Zwiebeln ohne weiche oder schimmelige Stellen. Größere Zwiebeln einer Sorte bringen meist kräftigere Blüten hervor. Lagern Sie die Zwiebeln bis zum Pflanzen kühl, trocken und luftig.
Das passende Gefäß
Wichtig ist ein Topf oder Kasten mit Abzugslöchern, denn Blumenzwiebeln faulen in nasser Erde schnell. Je tiefer das Gefäß, desto besser – besonders für die Lasagne-Methode. Frostfeste Materialien wie Kunststoff, frostfeste Keramik oder Holz eignen sich gut.
Die Lasagne-Methode
Bei dieser Methode pflanzen Sie verschiedene Zwiebeln in Schichten übereinander, ähnlich wie bei einer Lasagne. Weil die Sorten zu unterschiedlichen Zeiten blühen, haben Sie über mehrere Wochen hinweg Blüten im selben Topf.
- Drainage: Füllen Sie unten eine Schicht Blähton oder Kies ein, etwa drei bis fünf Zentimeter.
- Erde: Darauf kommt eine Schicht Blumenerde, gern mit etwas Sand gemischt.
- Unterste Lage – große Zwiebeln: Tulpen oder Narzissen mit der Spitze nach oben setzen und mit Erde bedecken.
- Mittlere Lage – mittelgroße Zwiebeln: zum Beispiel Traubenhyazinthen. Wieder mit Erde bedecken.
- Oberste Lage – kleine Zwiebeln: etwa Krokusse oder Schneeglöckchen. Mit einer letzten Schicht Erde abschließen.
Die Triebe der unteren Zwiebeln finden ihren Weg nach oben problemlos an den oberen vorbei. Gießen Sie nach dem Pflanzen einmal gründlich an.
Wie tief pflanzen?
Eine bewährte Faustregel: Setzen Sie Blumenzwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Auf der Verpackung finden Sie meist zusätzlich die empfohlene Pflanztiefe für die jeweilige Sorte.
Pflege im Winter
Die Zwiebeln brauchen Kälte, aber Töpfe frieren leichter vollständig durch als Gartenboden. Stellen Sie die Gefäße deshalb an eine geschützte Hauswand und auf Holz- oder Styroporfüße. Bei starkem Frost hilft eine Umhüllung aus Vlies oder Jute. Gießen Sie im Winter nur an frostfreien Tagen und nur, wenn die Erde trocken ist. Staunässe ist gefährlicher als Trockenheit.
Schutz vor Eichhörnchen und Vögeln
Eichhörnchen graben Zwiebeln gern aus. Ein Stück Drahtgitter, das Sie direkt unter der obersten Erdschicht auf den Topf legen, schützt die Zwiebeln. Im Frühjahr, sobald sich die ersten Triebe zeigen, nehmen Sie es wieder ab.
Im Frühling
Sobald die ersten Spitzen sichtbar werden, gießen Sie regelmäßiger. Verblühte Blüten können Sie abschneiden, die Blätter lassen Sie jedoch stehen, bis sie gelb werden. So sammelt die Zwiebel Kraft für das nächste Jahr. Narzissen, Krokusse und Traubenhyazinthen blühen oft mehrere Jahre, viele Tulpensorten blühen im Topf im zweiten Jahr dagegen schwächer.
Hinweis für Haushalte mit Haustieren
Viele Blumenzwiebeln, darunter Tulpen und Narzissen, gelten als giftig für Katzen und Hunde. Lagern und pflanzen Sie sie außer Reichweite von Tieren und Kindern.
Fazit
Ein Nachmittag im Herbst reicht, um den Balkon für den Frühling vorzubereiten. Mit der Lasagne-Methode bringt ein einziger Topf über Wochen hinweg Farbe – und die ersten Blüten sind der schönste Beweis, dass sich die Planung gelohnt hat.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachten Sie bei allen Arbeiten die Hinweise der Hersteller sowie die Vorgaben Ihres Mietvertrags. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern unter help@kritialaya.com entgegen.



